Mein Marokko

Wappen vom Königreich Marokko

Geschichtlicher Überblick

Almoraviden-Dynastie

Almoraviden-Dynastie (1055-1147). Im 11. Jahrhundert richtete sich ein Berberstamm kriegerischer Mönche aus der Sahara in Marokko ein und übernahm die Macht: Es war der Stamm der Almoraviden (Al Mourabitoun oder die Leute von Ribat) Mit seinem Anführer. Sultan Youssef Ibn Tachafine, schloss sich dieser mächtige Stamm der Hälfte des Maghreb sowie die muslimischen Fürstentümer von Andalusien an und schuf sich seine eigene Hauptstadt. Marrakesch, die sich innerhalb weniger Jahre zu einer der größten Metropolen des Reiches entwickelte. Nachfolger des einfachen, sehr frommen, mutigen und charismatischen Mannes Youssef Ibn Tachafine wurde nach dessen Tod 1106, sein Sohn Ali, der sich von der Entwicklung in Andalusien inspirieren ließ und große städtebauliche Maßnahmen in der Hauptstadt vornahm (Straßenpflaster, Bau einer Moschee, die seinen Namen trägt, Wasserversorgung). Er machte aus Marrakesch eine geistige Hauptstadt, die große Gelehrte wie Ibn Rochd und Ibn Tofail anzog. Aber Ali wurde von seinem Volk nicht geschätzt, das ihm seinen Lebensstil, seinen Hang zum Prunk, übel nahm und so den Fall des Almoraviden –Reiches provozierte. Seine Herrschaft sollte 37 Jahre dauern.



Almohaden-Dynastie

Almohaden-Dynastie (1147-1269) Dieser aus dem hohen Atlas stammende Berberstamm wurde von seinem geistigen Führer, Mehdi Ibn Toumert, einem eifrigen Orthodoxen des Islams, geleitet, der die Absicht verfolgte, ein gewaltiges, vereintes muslimisches Reich zu schaffen. Als sein ehemaliger Oberleutnant, Abd EI Moumen, zum ersten Sultan der Dynastie ernannt wurde, drängte er an die Macht. Er befahl, alle Spuren der Almoraviden-Dynastie zu zerstören, damit Platz für neue, unter seiner Herrschaft gebaute Denkmäler geschaffen würde.
Als Hauptstadt wählte er Marrakesch aus, wo er die berühmte Koutoubia-Moschee baute, die Kasbah, den majestätischen Stadtteil, der heute im Süden der Altstadt gelegen ist. Von diesem Stadtteil sind nur die Moschee und ihr Minarett, die Haupttore Bab Agnaou und Bab Robb, die Wasserbecken im Agdal-Garten und einige Reste der Stadtmauer erhalten geblieben.
Er verstarb 1163 in Rabat, ohne Andalusien seinem Reich anschließen zu können. Sein Nachfolger, Yaacoub EI Mansour, erhörte den Wunsch seines Vorgängers und gewann 1195 die Schlacht von Alarcos gegen die Portugiesen und die Spanier. Nach seinem Tod gerieten seine Nachkommen untereinander in Konflikt, wodurch das Almohaden-Reich geschwächt wurde und der Meriniden-Dynastie weichen musste.



Meriniden-Dynastie

Die Meriniden oder Banou Marine, ein Stamm aus dem Osten Marokkos, ernannten 1250 unter der Führung des Sultans Abou Yahia (1244-1258) Fes zur Hauptstadt und acht Jahre später die Städte Rabat und Sale. Innere Konflikte bedingten den Machtverfall der Almohaden und ermöglichten dem Meriniden-Sultan Abou Youssef Yaacoub, die Stadt Marrakesch einzunehmen (1269) und damit die Almohaden-Dynastie zu beenden.
1340 versuchten die Meriniden unter der Herrschaft von Abou EI Hassan das Reich (Spanien und die Achse transmaghrebin) wiederherzustellen. Während Marrakesch sich in dieser Zeit um Bündnisse mit Stämmen aus dem hohen Atlas bemühte wurde das Ende der Herrschaft der Meriniden Dynastie eingeläutet und es folgte die Geburt der Saadier Dynastie.



Saadier-Dynastie

Seit dem 16. Jahrhundert übernahmen arabische Nachkommen des Propheten die Herrschaft in Marokko mit Marrakesch als Hauptstadt. Drei Gründe ermöglichten es dieser aus dem Dräa-Tal stammenden Dynastie die Macht zu übernehmen: Ihre Cheritischen Ursprünge, also die direkte Abstammung vom Propheten, die guten Beziehungen zu den religiösen Führern im Süden des Landes und ihre Erfolge gegen die Portugiesen. Infolge des entscheidenden Sieges des Ahmed Al Mansour Dahbi in der Schlacht der Drei Könige (oder Wadis EL Makhazine) 1578 über die christlichen Truppen, wurde Moulay Ahmed noch am Ort der Schlacht zum Souverän erhoben, woher sein Beiname „der Siegreiche" stammt. Unter der Saadier-Dynastie erlebte Marokko sein goldenes Zeitalter: Aufgrund seiner Wirtschaftsentwicklung, insbesondere der Kultivierung des Zuckerrohres, der Einführung der Zuckerindustrie und der Zunahme des Warenaustausches mit Europa wurde vom „neuen" Marokko gesprochen. Neu auch hinsichtlich seiner militärischen, steuerlichen und administrativen Organisation. Ebenfalls neu sein Expeditions- und Eroberungswillen (Sklaven und Gold von Timbuktu). Das war der absolute Höhepunkt des technischen, kulturellen und diplomatischen Austausches zwischen den beiden Ufern des Mittelmeers.
Obwohl die Hauptstadt von Marrakesch nach Fes verlegt wurde, fühlten sich die Saadier vor allem mit Marrakesch verbunden, wo sie sich schöne Stadtpaläste und Denkmäler bauten. So auch der Palast EI Badü einer der Prächtigsten, der jemals gebaut wurde, das architektonische Hauptwerk der Saadier. Nach dem Tod von Ahmed EI Mansour im Jahr 1603 verloren die Saadier die Kontrolle über das Land und die Alaouiten-Dynastie übernahm die Macht.


Alaouiten-Dynastie

Die alouitischen Chorfa, Nachkommen des Propheten Mohamed, kamen aus Tafilalt. Von dort stammte ihr Gründer Moulay All Cherif ab, der geistige Führer der Dynastie. Seine Nachfolger wurden der 1640 zum ersten König ernannte Mohamed Ben Ali Cherif und Moulay Rachid - beide sind die Wiedervereiniger Marokkos.1672 gekrönt, wählte Moulay Ismail Meknes zur Hauptstadt, befreite Larache und Tanger und errichtete das cherifische Reich, dessen Einfluss sich bis zum Senegal erstreckte. Unter seiner Herrschaft entwickelte Marokko privilegierte Beziehungen mit Frankreich und England. Ihm folgte Mohamed III, der von 1757 bis 1790 herrschte, die Armee reformierte, Steuern reduzierte, neues Geld prägen ließ und Handelsverträge mit England, Dänemark, Schweden sowie den Vereinigten Staaten unterschrieb. Seine Herrschaft zeichnete sich zudem durch Entwicklungen wie der Bau der Stadt Mogador (Essaouira) aus.

1909 begann Spanien die militärische Eroberung des Rifgebirges. 1912 zwang Frankreich Sultan Moulay Hafid sowohl das französische als auch das spanische Protektorat auf. Sultan Moulay Hafid überließ seinem Bruder Moulay Youssef den Thron, einem gelehrten Mann, der Kultur besaß und mehrere Schulen bauen ließ. Der in Marokko ansässige Ausländer General Lyautey ernannte Rabat zur Hauptstadt von Marokko und modernisierte die Städte des Königreichs. 1921 führte Abdel Krim Khattabi den Rif-Aufstand an, der seinen Widerstand gegen die europäische Anwesenheit verdeutlichte.

Während des Zweiten Weltkrieges versuchte König Mohamed Ben Youssef (Mohamed V), 1927 zum Sultan ernannt, die marokkanischen Juden vor dem französischen Vichy-Regime zu schützen. 1944 wurde das Manifest der Unabhängigkeit verkündet, für das sich Mohamed V eingesetzt hatte. Sultan Mohammed V wurde 1953 nach Madagaskar verbannt, kehrte 1955 zurück und befreite schon ein Jahr später das Land. So wurde er zum Symbol der Unabhängigkeit Marokkos.


Das Königreich Marokko

Nach dem Tod vom Sultan Mohammed V folgte sein Sohn Moulay Hassan, der am 3. März 1961 gekrönt wurde. Dieser Herrscher stärkte die Unabhängigkeit und vereinigte das Land, während er auf internationalem Gebiet über die Aufrechterhaltung des Weltfriedens wachte. 1975 wurde zu einem entscheidenden Jahr durch den „grünen Marsch", der das marokkanische Volk friedlich hinter seinem König vereinte, um die Provinzen in der Sahara wieder an das Königreich anzuschließen. Die Herrschaft Hassan II hat das starke Wirtschaftswachstum und die regionale und territoriale Stabilität fortgesetzt.
S.M. König Mohammed VI. wurde am 21.08.1963 in Rabat geboren. 29. Oktober 1993 erhielt er an der Universität von Nizza-Sophia Antipolis den Doktortitel für Rechtswissenschaften mit dem Prädikat " summa cum laude ".
Das Königreich Marokko ist eine der ältesten Monarchien der Welt. Der König von Marokko verkörpert sowohl die geistliche als auch die zeitliche Autorität.



Das heutige Marokko mit seinen unterschiedlichen Regionen

  1. Chaouia-Ouardigha
  2. Doukala-Abda
  3. Fès-Boulemane
  4. Gharb-Chrarda-Béni Hsen
  5. Grand Casablanca
  6. Guelmim-Es Semara
  7. Laâyoune-Boujdour-Sakia El Hamra
  8. Marrakesch-Tensift-El Haouz
  9. Meknès-Tafilalet
  10. Oriental
  11. Oued ed Dahab-Lagouira
  12. Rabat-Salé-Zemmour-Zaer
  13. Souss-Massa-Daraâ
  14. Tadla-Azilal
  15. Tanger-Tétouan
  16. Taza-Al Hoceïma-Taounate

 

 

Geogaphischer Überblick
Das Königreich Marokko (Al Mamlaka al Maghribiya) liegt im Nordwesten Afrikas und ist durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt. Als westlichstes der drei Maghrebländer grenzt es im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantischen Ozean und im Osten an Algerien, im Süden an Mauretanien. Das Königreich Marokko liegt im Nordwesten Afrikas und ist durch die Straße von Gibraltar vom europäischen Kontinent getrennt.


Die atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta, die montane Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge. Im Vergleich mit anderen afrikanischen Staaten ist Marokko flächenmäßig kein großes Land, in seiner Oberflächenform zeigt es jedoch ein überaus wechselvolles Bild. Im Wesentlichen lassen sich folgende natürliche Einheiten unterscheiden: Die Küstenregionen im Norden und Westen, die atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta, die montane Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge und schließlich die transmontane Region mit den Plateaus im nordöstlichen Grenzgebiet, dem Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara.

Die Mittelmeerküste ist überwiegend steil und felsig und weist viele Kaps und Buchten auf. Nur im Mündungsbereich des Moulouya nahe der algerischen Grenze erweitert sich die mediterrane Küstenlandschaft zu einem Becken. Im Westen läuft der gebirgige Küstenabschnitt in der sichelförmig nach Europa gerichteten Nordwestspitze Afrikas aus.
Die Atlantikküste dagegen ist eine flache, kaum gegliederte Ausgleichsküste mit starkem Sandtransport und deshalb nur schlecht für Häfen geeignet. Landeinwärts folgen hier breitere Küstenebenen wie die Niederung des Sebou bei Kenitra und die weitläufige Küstenmeseta von Casablanca. Weiter zum Innern steigt das Gelände auf etwa 450 m ü. M. zum zentralen Teil der Marokkanischen Meseta an, einer weiten Tafellandschaft, die auch als Binnenmeseta oder Hochebene von Marrakesch bezeichnet wird. Sie besteht hauptsächlich aus schwach gewellten, steppenhaften Hochflächen, über die vereinzelt Inselberge aufragen.
Im Süden und Osten wird die Meseta von den markanten Gebirgszügen des Hohen und Mittleren Atlas umrahmt. Dieses gewaltige Faltengebirge wurde im Tertiär beim Zusammenstoß der afrikanischen mit der eurasischen Krustenplatte aus dem damaligen Sedimentationsbecken herausgehoben. Erdbeben wie das von Agadir im Jahre 1960 zeugen davon, dass die gebirgsbildenden Vorgänge in diesem Raum bis heute nicht abgeklungen sind. Das Atlasgebirge bildet gleichsam das morphologische Rückgrat des Landes und stellt sowohl eine naturräumliche als auch eine wirtschaftlich-kulturelle Barriere dar. Als wichtige Klimascheide trennt der Gebirgswall das atlantisch-mediterrane Marokko vom saharisch geprägten Landesteil.
Der Hohe Atlas erstreckt sich in leichtem Bogen über rund 800 km von Südwesten nach Nordosten. Mit seinen schroffen Gebirgsformen und den steilen Gipfeln hat er Hochgebirgscharakter. Hier liegen die höchsten Erhebungen des gesamten Atlas-Gebirgssystems, ja ganz Nordafrikas, darunter auch der höchste Berg Marokkos, der Jabal Toubkal (4.167 m).

Nach Nordosten setzt sich der Hohe Atlas im niedrigeren algerischen Sahara-Atlas fort, im zentralen Marokko schließt sich, nördlich versetzt, auf über 300 km der Mittlere Atlas an. Dieser besitzt in seiner östlichen, steil zur Moulouya-Senke abfallenden Kette ebenfalls über 3.000 m hohe Gipfel, weist ansonsten jedoch eher Mittelgebirgsformen auf. Den nördlichen Abschnitt des marokkanischen Atlasgebirges bildet das bis zu 2.456 m hohe Rif, ein wildzerklüfteter Gebirgsbogen, der sich von der Straße von Gibraltar parallel zur Mittelmeerküste bis zur Mündungsebene des Moulouya erstreckt. Die Längsfurche zwischen dem Rif und dem Mittleren Atlas, die „Pforte von Taza“, ist das wichtigste west-östliche Durchgangstal Marokkos.
Östlich des Moulouya-Tals, das im nördlichen Marokko die montane von der transmontanen Region trennt, steigt das Gelände allmählich zu weiten, steppenhaften Plateaus an, die zum Hochland des Schotts in Algerien überleiten. Die Gebirgszüge südöstlich des Atlashauptkammes, der Anti-Atlas und seine östliche Fortsetzung Jabal Sarhro sowie der südlich parallel ziehende Jabal Bani, gehören ihrem Aufbau nach nicht mehr zu den tertiären Faltengebirgen, sondern sind Teil der alten afrikanischen Masse. Im Süden davon erstrecken sich Randlandschaften der Sahara, zu denen auch die Beckenregion des Tafilalt und die Senke des Draa gehören.
Im Gebiet der Westsahara folgen auf eine breitere Küstenebene bis über 350 m ansteigende, von Wadis zerschnittene und mit Dünen überzogene Sandsteinplateaus, die gleichfalls der Sahara zuzurechnen sind.